20 Jahre Verein für Heimatpflege Wenighösbach

Geschichte bewahren. Gemeinschaft leben. Zukunft gestalten.

Was im Februar 2006 in der Gaststätte „Zur frischen Quelle“ begann, ist heute fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Wenighösbach: Der Verein für Heimatpflege Wenighösbach e. V. feiert im Jahr 2026 sein 20-jähriges Bestehen. Gegründet von 13 engagierten Bürgern mit dem Ziel, die Geschichte des Dorfes zu erforschen, zu bewahren und lebendig weiterzugeben, entwickelte sich der Verein zu einer zentralen Plattform für Heimatpflege, Brauchtum und Begegnung.

Ein Meilenstein war die feierliche Vorstellung der Chronik „Wenighösbach – ein Dorf im Wandel der Zeit“, die aus der Arbeit des damaligen Arbeitskreises Dorfchronik Wenighösbach hervorging. Dieses umfangreiche Werk dokumentierte erstmals umfassend die Geschichte des Dorfes und legte den Grundstein für die spätere Vereinsarbeit. Im Gründungsjahr war der Verein maßgeblich an der Planung der Feierlichkeiten zum 725-jährigen Bestehen Wenighösbachs und der des Dorffestes im Mai beteiligt  – einem Fest, das vielen bis heute in unvergesslicher Erinnerung geblieben ist.

Stelen mit Flurhinweisen wurden von 2008-2010 aufgestellt. In den folgenden Jahren prägten Themenwanderungen, Vorträge, Ausstellungen, die Pflege historischer Orte sowie die Organisation eines weiteren Dorffestes zum 120-jährigen Bestehen der Kuratie Wenighösbach die Vereinsarbeit. Veranstaltungen im Advent – unter anderem in der Diels-Scheune und im Dorfgemeinschaftshaus – bildeten weitere Schwerpunkte. Im Jahr 2017 wurde ein Modell der alten St.-Barbara-Kapelle in der Dorfmitte errichtet.

Mit der Ausstellung „Wenighösbach kreativ“ kam 2025 ein neues, modernes Format hinzu, das auf große Resonanz stieß und von Besucherinnen und Besuchern durchweg positiv aufgenommen wurde. Dabei ging es stets um mehr als reine Geschichtspflege: um das Erzählen, weitergeben und gemeinsame Erleben von Heimat.

Dieses Selbstverständnis steht auch im Mittelpunkt des Jubiläumsjahres. Geplant ist eine Reihe von Veranstaltungen, die Tradition, Natur und Gemeinschaft verbinden: eine Vogelstimmenwanderung im Frühjahr, ein Korbflechtkurs mit Vorführungen alten Handwerks wie Sensen­ dengeln im Frühsommer, eine Veranstaltung zur Häusergeschichte in der Höflerschen Scheune im Spätsommer sowie der gesellige Nachmittag „Aofach nur mol babbele“ im Dorfgemeinschaftshaus im Herbst.

Ein solches Engagement wäre ohne viele helfende Hände nicht möglich. Der Verein bedankt sich herzlich bei allen Mitgliedern, Unterstützern, Gönnern und Freunden, die die Arbeit in den vergangenen 20 Jahren begleitet, mitgetragen und ermöglicht haben. Gleichzeitig lädt der Verein alle Interessierten herzlich ein, Teil dieser Gemeinschaft zu werden. Die Mitarbeit macht nicht nur Freude, sie dient auch unserer Kultur, unserer Natur und unserer gemeinsamen Zukunft. Denn Heimatpflege bedeutet für uns nicht nur, die Vergangenheit zu bewahren – sondern die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Mitgliedsantrag: hier geht es zum Download

Frohe Weihnachten!

Liebe Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins für Heimatpflege Wenighösbach e.V.,

wir möchten uns herzlich bei Euch allen für Euer Interesse und Euer Engagement im vergangenen Jahr bedanken. Gemeinsam haben wir vieles erreicht und unser Dorfleben durch viele schöne Momente bereichert. Euer Einsatz und Eure Unterstützung bedeuten uns sehr viel!

Wir wünschen Euch und Euren Familien frohe Weihnachten, eine ruhige und besinnliche Zeit im Kreise Eurer Liebsten sowie ein neues Jahr voller Gesundheit, Erfolg und vor allem Frieden auf der Welt.

Vielen Dank, dass Ihr Teil unserer Gemeinschaft seid!

Herzliche Grüße,

 Stefan Sauer
 Verein für Heimatpflege Wenighösbach e.V.

Hösbachit: Ein Schatz aus der Bronzezeit – Neue Entdeckungen und Erkenntnisse

Die Verwendung von Hösbachit zur Herstellung von Bronzegussformen in der Bronzezeit ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Erste Fragmente dieser Formen wurden vor Jahrzehnten auf einem Acker im Steigerwald, nahe dem Bullenheimer Berg, und in Thüringen entdeckt. Professor Okrusch von der Universität Würzburg hat diese Formen eindeutig als aus Hösbachit gefertigt identifiziert. Eine Sensation für Wenighösbach: Der Hösbachit, der nur in einem sehr begrenzten Gebiet bei Wenighösbach vorkommt, war in der Bronzezeit so wertvoll, dass er gehandelt wurde.

Der Verein für Heimatpflege Wenighösbach griff dieses Thema begeistert auf und machte den Hösbachit und den Bronzeguss zu einem zentralen Thema. Kontakte zu Künstlern wurden geknüpft, ein Bronzegussfest ausgerichtet und Repliken der historischen Formen erstellt. Doch das war erst der Anfang.

Der Vorstand des Vereins, Stefan Sauer, hatte die Idee, in Museen in Deutschland nach weiteren Formen aus Hösbachit zu suchen. Aufgrund der Seltenheit und Unbekanntheit des Gesteins könnten solche Formen möglicherweise falsch klassifiziert worden sein.

Geht es um Gesteine aus dem Spessart, dann kommt man an einem Fachmann nicht vorbei. Daher nahm Stefan Sauer Kontakt mit Joachim Lorenz aus Karlstein auf. Dieser war gleicher Meinung und stimmte der Idee zu, dass noch weitere Formen aus Hösbachit zu finden sein müssten. Parallel starteten sie die Suche. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Hauptsächlich durch die Recherche von Joachim Lorenz konnten mittlerweile sechs Formen in Museen in Karlsruhe, Mainz und ganz aktuell eine im Landesmuseum in Hannover als Hösbachit identifiziert werden.

Am 3. Juni 2024 war es dann soweit. Es ging zu einer Tour zum Landesmuseum in Hannover. Dort konnte die Identität der ausgestellten Form (Speerspitze) mit einem mobilen Röntgenfluoreszenz-Spektrometer zweifelsfrei festgestellt werden. Durch zerstörungsfreie Vergleichsmessungen an der Originalgussformhälfte und einem Lesestein aus Hösbachit aus Wenighösbach wurde die Echtheit bestätigt.

Ein herzlicher Dank geht an Dr. Florian Klimscha, Kurator der Archäologischen Abteilung im Landesmuseum Hannover, und an Detlef Wilke für die kostenlose Röntgenfluoreszenz-Messung mit seinem mobilen Gerät. Ein besonderer Dank gilt vor allem Joachim Lorenz für seine unermüdliche Recherche und Organisation.

Diese neuen Erkenntnisse bereichern nicht nur das Wissen über die Bronzezeit, sondern unterstreichen auch die Bedeutung des Hösbachits und die reiche Geschichte von Wenighösbach. Das Thema „Hösbachit als Material zur Gussformherstellung in der Bronzezeit“ wird Anfang 2025 zusammen mit dem Geschichtsverein Karlstein aufgegriffen. Mehr dazu in Bälde.

Neuaufstellung des Josefshällchens – Ein Fest für Wenighösbach

Am 19. März, dem Namenstag des Heiligen Josef, versammelten sich etwa 50 engagierte Bürgerinnen und Bürger in Wenighösbach, um ein besonderes Ereignis zu feiern: die feierliche Segnung und Wiedereinweihung des „Josef-Hällchens“. Die Einladung hierzu kam von Pfarrer Matthias Rosenberger und dem Verein für Heimatpflege Wenighösbach.

Der Bildstock, der lange Zeit nicht an seinem gewohnten Platz zu sehen war, wurde in den letzten Monaten aufwendig restauriert. Bereits im Juli 2023 wurden Schäden am Denkmal festgestellt, darunter ein schief stehendes Kreuz und Schäden durch Wassereintritt im Dach.

Durch die tatkräftige Unterstützung des Vereins und die Expertise eines Fachmanns konnte der Bildstock umfassend renoviert werden.

Ein neues Dach aus Kupferblech und eine Kupferverkleidung des Bildstockkopfs, gefertigt aus einem alten Regenfallrohr, sorgen nun für den nötigen Schutz.

Eine dendrochronologische Untersuchung ergab, dass der Eichenstamm des Bildstocks bereits 1751 gefällt wurde. Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten stand schnell fest, dass der Namenstag des Heiligen Josef das perfekte Datum für die Neuaufstellung des Bildstocks sein würde.

Am Abend des 19. März begrüßte der zweite Vorsitzende des Vereins, F. Sauer, die Anwesenden, darunter auch den 2. Bürgermeister des Marktes Hösbach, Harald Sauer. Er erläuterte die Geschichte des Bildstocks und wies auf weitere historische Denkmäler in der Umgebung hin. Kreisheimatpfleger Franz-Josef Sauer ergänzte die Ausführungen mit der Sage vom „Roten Hällchen“.

Pfarrer Matthias Rosenberger würdigte in seiner Ansprache die Bedeutung des Heiligen Josefs in der heutigen Zeit. Begleitet von den Klängen der „Jochbachtaler“ und gemeinsamen Gesang, fand die Feier einen stimmungsvollen Abschluss bei Sonnenuntergang.

Der Verein für Heimatpflege dankte abschließend allen Beteiligten, insbesondere Edith und Michael Baumann für ihre großzügige Unterstützung sowie Reinhold Krenz für seine handwerkliche Arbeit. Ein besonderer Dank ging auch an die Paten des zweiten Bildstocks, Inge und Albrecht Freund.

Mit einem Prosit auf den Heiligen Josef und seine Namensträger endete die gelungene Feier. Die einsetzende Abendkühle veranlasste schließlich alle Teilnehmer, den Rückweg ins Dorf anzutreten.

Dieser Tag bleibt als ein besonderes Kapitel in der Geschichte von Wenighösbach in Erinnerung und zeigt einmal mehr den starken Gemeinschaftssinn und das Engagement der Dorfgemeinschaft.

Text: Ferdi Sauer
Bilder: Ferdi Sauer / Stefan Sauer
Edit: Stefan Sauer